Zwei unabhängige Werke, zwei Kronen: Bei der Futur Antérieur Gold wird die Verteilung der Anzeigen zum Konstruktionsprinzip.
Die Sekunde hat hier ihren eigenen Antrieb. Bei der Futur Antérieur Gold setzen Louis Erard und Vianney Halter zwei automatische Sellita-SW100-Werke nebeneinander. Das eine treibt die Sekunde an, das andere die Stunden und Minuten. Die Trennung setzt sich bis zu den beiden Kronen fort: Das Objekt macht eine mechanische Eigenständigkeit sichtbar, die zum bloßen Ablesen der Uhrzeit selten nötig ist.
Eine bewusst gewählte Architektur
Das Datenblatt von Louis Erard beschreibt ein Stahlgehäuse von 38 × 44 mm, 8,85 mm dick, zusammengesetzt aus 67 Bauteilen. Die beiden Lünetten tragen jeweils zwölf Nieten. Die Version Gold wird in einer Serie von 178 Exemplaren angekündigt.
Diese Anhäufung von Teilen genügt nicht, um eine chronometrische Überlegenheit zu belegen. Ihr Interesse liegt anderswo: die Konstruktion zum eigentlichen Thema der Uhr zu machen. Die beiden Anzeigen bestehen nebeneinander, doch ihre Organe bleiben getrennt. Der Blick kann so die Sekunde verfolgen, ohne sie als bloßen Anhang des Stundenzifferblatts zu betrachten.
Die Gestaltung, erklärt durch die Mechanik
Um eine uhrmacherische Zusammenarbeit zu würdigen, ist der mit dem Zifferblatt verbundene Name ein Ausgangspunkt. Die Anordnung der Mechanismen liefert hier ein präziseres Kriterium. Sie erlaubt es, Volumen, Kronen und Lünetten als Folgen einer Grundentscheidung zu lesen.
Futur Antérieur bietet also weniger eine neue Funktion als eine andere Art, die bestehenden Funktionen zu zeigen. In diesem Abstand zwischen Nutzen und technischer Inszenierung findet das Stück sein Interesse: Die Uhrzeit bleibt vertraut, während ihre Organisation zum Gegenstand der Aufmerksamkeit wird.

Quellen — redaktionelle Prüfung
Louis Erard x Vianney Halter — Futur Antérieur Gold — 30. Oktober 2026. Abgerufen am 3. November 2026.
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