Vierhundert Perlmuttsplitter für ein Mosaik am Handgelenk
Mit ihren zwei neuen Zifferblättern aus Perlmutt-Intarsie bringt die Bvlgari Bvlgari ein zweitausend Jahre altes Handwerk auf dreiunddreißig Millimeter: das römische Mosaik.
Es braucht einen Moment, um zu erfassen, was man da sieht. Das Zifferblatt der Bvlgari Bvlgari Roman Summer ist weder bemalt noch lackiert noch mit einer einzigen Perlmuttplatte besetzt. Es besteht — im wörtlichen Sinn — aus rund vierhundert Perlmuttfragmenten, die einzeln von Hand gesetzt werden, bis sie ein schillerndes Fresko bilden. Die römische Manufaktur hat kein Sommermotiv erfunden; sie hat eine Technik, die Rom einst für seine Böden und Hausfriese verwendete, auf die Größe des Handgelenks reduziert.
Intarsie als Archäologie
Das polychrome Mosaik schmückte einst Patrizierhäuser, ein Verbund mineralischer Tesserae, der Licht einfangen und zurückwerfen sollte. Die Bvlgari Bvlgari greift dasselbe Prinzip mit einem flüchtigeren Material auf: Perlmutt, dessen einzelne Splitter jeweils ihren eigenen Reflexionswinkel besitzen. Nebeneinander gesetzt, bilden die Teile keine glatte Fläche, sondern ein vibrierendes Feld, in dem sich das Licht je nach Neigung des Handgelenks verschiebt. Zwölf Diamantindizes gliedern das Ganze, feste Punkte inmitten dieser beweglichen Materie.
Zwei Farbtöne wurden gewählt, und das umrahmende Gold folgt einer strengen Farblogik: rosa Perlmutt in Roségold gefasst, grünes Perlmutt von Gelbgold umgeben. Zwischen der Wärme des Metalls und dem gebürsteten polierten Stahl sucht jede Version ihr eigenes Gleichgewicht. Das dreiunddreißig Millimeter große Gehäuse rückt das Objekt eher in die Nähe des Schmuckstücks als des Instruments — eine Uhr, die man trägt wie einen Stein.
Eine Signatur, geboren aus einem Geschenk
Die Geschichte des Stücks erhellt seine Kühnheit. 1975 entwarf Gianni Bulgari die Kollektion Bvlgari Roma als Geschenk für die hundert wichtigsten Kunden der historischen Boutique in der Rue du Rhône 30 in Genf. Zwei Jahre später interpretierte Gérald Genta sie neu und benannte sie um in Bvlgari Bvlgari. Die doppelte, auf die Lünette gravierte Signatur, die an antike Münzen und monumentale lateinische Inschriften erinnert, macht das Objekt zu einem Manifest: die Kühnheit des römischen Juweliers, vermählt mit der Präzision des Schweizer Uhrmachers.
Diese Abstammung setzt die Roman Summer fort. Indem sie das Mosaik beschwört, gibt die Manufaktur nicht saisonalem Opportunismus mit Sommerfarben nach; sie verbindet juwelierhandwerkliches Können mit einer genauen archäologischen Erinnerung — der einer Stadt, die aus dem Zusammensetzen von Fragmenten eine bedeutende dekorative Kunst gemacht hat. Die Frage, die das Objekt aufwirft, ist keine der Saison: Wie lange kann ein Haus seine eigenen Ursprünge immer weiter verkleinern, bevor die Geste zum Zitat erstarrt? Vorerst halten die vierhundert Splitter die Antwort in der Schwebe.








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