MB&F M.A.D.3: Vincent Calabrese, der Uhrmacher, der nie gefallen wollte

by PASCAL IAKOVOU
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Auf der Rückseite der neuen M.A.D.3 erscheint bei jedem Aufziehen ein Satz, eingraviert, um im Rhythmus der Geste gelesen zu werden und nicht nur ein einziges Mal: „Es ist recht leicht, anderen zu gefallen, weit schwerer, auf sich selbst stolz zu sein.“ Er stammt von Vincent Calabrese, dem 82-jährigen unabhängigen Uhrmacher, dem MB&F dieses dritte Kapitel seiner Kollektion M.A.D.Editions widmet, und fasst für sich allein eine ganze Laufbahn abseits jedes Konsenses zusammen.

Ein Uhrmacher, der stets seinen eigenen Weg ging

Als Mitbegründer der AHCI, der Académie Horlogère des Créateurs Indépendants, die er 1985 gemeinsam mit Svend Andersen ins Leben rief, zählt Vincent Calabrese zu jenen Persönlichkeiten, die die zeitgenössische unabhängige Uhrmacherei geprägt haben, ohne je die Anerkennung der großen etablierten Maisons zu suchen. Ihm verdankt man unter anderem das für Corum entwickelte Golden-Bridge-Werk sowie mehr als vierzig Patente aus fünf Jahrzehnten, die er Anzeigen mit wandernden Stunden, Tourbillons und Mechanismen gewidmet hat, die sich den erwarteten Lösungen verweigern. Sein Platz im Universum der M.A.D.Editions, das Maximilian Büsser nicht als Uhrenmarke mit festgelegter Sprache, sondern als Verlagshaus für eigenwillige „Autoren“ konzipiert hat, verstand sich daher beinahe von selbst. Nach der von Büsser selbst signierten M.A.D.1 und der von Eric Giroud gezeichneten M.A.D.2 trägt die M.A.D.3 die Handschrift von Calabrese.

Zeit, die gleitet, statt zu springen

Das Herz der neuen Uhr greift eine Komplikation auf, die Calabrese für seine 1989 lancierte Baladin entwickelt hatte: Wo die traditionelle springende Stunde ihre Ziffer schlagartig wechselt – für ihn zu abrupt, um das tatsächliche Empfinden verstreichender Zeit wiederzugeben –, lässt sein Mechanismus die Stundenziffer allmählich über das Zifferblatt gleiten, während die Minuten ihren Lauf fortsetzen. Diese handwerkliche Mechanik in größerem Maßstab zu reproduzieren, war keineswegs selbstverständlich: Die technischen Teams von M.A.D.Editions mussten das Modul der wandernden Stunden auf Basis des Swiss-made-Kalibers La Joux-Perret G111 vollständig neu denken und dabei Energiemanagement, Amplitudenkontrolle und die Stabilität der Gangreserve, die nun bei 55 Stunden liegt, überarbeiten – ohne die Fließbewegung preiszugeben, die den Reiz der ursprünglichen Baladin ausmachte.

Ein Objekt, keine Neuauflage

In einem Gehäuse aus Edelstahl mit 40 mm Durchmesser übernimmt die M.A.D.3 die ästhetischen Codes der Kollektion: schwebende Bandanstöße, vorn und hinten gewölbte Saphirgläser, ein Minutenring aus Saphir sowie unter den transparenten Elementen integriertes Super-LumiNova. Sie wird in zwei von Calabreses eigenen Kreationen inspirierten Farbvarianten angeboten, beide zu 2.900 Schweizer Franken ohne Steuern: eine rosafarbene Version, die den Sammlern der MB&F Tribe und ihren langjährigen Partnern vorbehalten ist, und eine blaue Version, die per Losverfahren zugänglich ist.

Mehr als eine Übung in uhrmacherischer Nostalgie wirkt dieses dritte Stück der M.A.D.Editions wie ein Porträt im Negativ: das eines Mannes, der sein Leben lang bewiesen hat, dass es immer eine andere Art gibt, die Dinge zu tun, selbst wenn niemand ihn darum bat.

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