Herren-Daunenjacke: Wie der Luxus das Schlüsselstück des Winters neu erfand

by Pascal Iakovou
0 comments

Vor zwanzig Jahren gehörte die Daunenjacke zur Kleidung für die Berge und die Baustelle. Heute begegnet man ihr auf dem Bahnsteig der RER ebenso wie in der Lobby eines Hotels, über einem Anzug oder einem Sweatshirt. Dieser Wandel ist zu einem großen Teil den Luxushäusern zu verdanken, die ein rein funktionales Kleidungsstück wie ein Stück Schneiderkunst behandelten. Um kalten Morgenstunden zu begegnen, ohne auf Stil zu verzichten, lassen sich die Herren-Daunenjacken der Saison sowohl über einem Strickpullover als auch über einem Hemd tragen, sofern Schnitt und Füllung richtig gewählt sind.

Woher kommt die Daunenjacke, und warum hat der Luxus sie für sich entdeckt?

Die Geschichte beginnt mit der Notwendigkeit. Mitte des 20. Jahrhunderts statteten Steppjacken Bergsteiger und im Freien tätige Arbeiter aus, aus einem einzigen Grund: warme Luft nahe am Körper einzuschließen. Moncler, 1952 in den Alpen gegründet, machte dies zu seinem Markenzeichen. Die Silhouette glich allerdings lange einem Schlafsack mit Ärmeln.

Der Wendepunkt kam, als die Designer erkannten, dass sich Volumen gestalten lässt. Prada brachte funktionales Nylon in die Luxus-Konfektionsmode, Loro Piana übertrug sein Wissen über Wolle und Kaschmir auf die Daunenjacke, und andere reduzierten die Steppnähte, verfeinerten die Schulterpartie und verlängerten die Linie. Das Kleidungsstück verlor seine Funktion nicht. Es gewann eine Silhouette.

Welcher Schnitt verhindert, dass eine Daunenjacke unförmig wirkt?

Das ist die wichtigste Frage, und die Antwort lässt sich in einem Wort zusammenfassen: Proportion. Eine zu weite und zu lange Daunenjacke lässt einen durchschnittlich großen Mann kleiner wirken. Eine zu eng geschnittene Variante drückt die Füllung zusammen und verliert an Wärme, denn die zwischen den Fasern eingeschlossene Luft sorgt für die Isolierung.

Ein paar einfache Anhaltspunkte. Die Schulter sollte an der richtigen Stelle sitzen, ohne abzusacken. Die ideale Länge endet an der Hüfte oder knapp unter dem Gürtel und vermeidet so den Bettdeckenmantel-Effekt. Breite horizontale Steppungen wirken sportlich, feinere und enger gesetzte passen besser zur Bürokleidung. Auch der Kragen zählt: Ein Stehkragen, gegebenenfalls mit einer dezenten Kapuze, schützt den Nacken, ohne aufzutragen.

Daunen, Synthetik, Wolle … was steckt wirklich in der Füllung?

Die Füllung sorgt für Wärme, und Daunen bleiben der Maßstab für das Verhältnis von Gewicht und Isolierung. Je höher ihre Bauschkraft, desto mehr Luft schließen sie bei geringem Gewicht ein. Etiketten nennen oft das Verhältnis von Daunen zu Federn: Eine Füllung mit überwiegendem Daunenanteil ist leichter und wärmer als eine federnreiche Mischung.

Synthetische Füllungen haben ihre Anhänger, besonders für feuchte Winter. Sie vertragen Wasser besser, trocknen schneller und eignen sich für Vegetarier. Sie sind etwas weniger kompakt und etwas weniger leicht, doch der Unterschied schrumpft mit jeder Saison. Das Futter spielt wiederum eine unauffällige, aber entscheidende Rolle: Ein glatter Stoff erleichtert das Anziehen über Strick, während ein raues Futter an den Fasern hängen bleibt.

Wie trägt man eine Daunenjacke in der Stadt, im Büro und am Wochenende?

Die goldene Regel lautet, die Daunenjacke zum sportlichen Teil des Outfits zu machen und den Rest entsprechend auszuwählen.

In der Stadt. Eine schwarze oder marineblaue Daunenjacke ohne auffälliges Logo über einem Rundhalspullover aus Merinowolle, dazu eine Jeans aus Raw Denim und Boots. Diese Kombination kommt nie aus der Mode.

Im Büro. Wählen Sie eine dünne Variante ohne Kapuze, die unter einen Mantel passt oder allein über einem Hemd und einer Hose aus Cool Wool getragen wird. Die Schichten übernehmen die Arbeit: feiner Strick unter dem Hemd und die Daunenjacke als äußerste Lage. Vermeiden Sie kräftige Farben und glänzende Oberflächen.

Am Wochenende. Hier darf man experimentieren. Eine Daunenjacke mit Kapuze in einem Erdton, Khaki oder Camel, ein Sweatshirt, eine Chino und Ledersneaker. Der lässige Look gewinnt durch das Spiel mit Materialien an Tiefe: mattes Nylon trifft auf dicken Baumwollstoff.

Bei den Trends setzt die Saison auf gedeckte Töne (Oliv, Schokolade, Anthrazitgrau), etwas klarere Volumen als früher und leichte wasserdichte Stoffe. So entsteht eine Daunenjacke, die Nieselregen aushält, ohne wie Expeditionsausrüstung auszusehen. Anbieter wie Celio führen ebenfalls diese schlichteren Schnitte, erschwinglich für alle, die ein gut geschnittenes Kleidungsstück möchten, ohne daraus eine Investition für die Saison zu machen.

Welche Materialien sollte man wählen, wenn es wirklich kalt ist?

Unter der Daunenjacke kommt es auf die Schichten an. Wolle, besonders Merinowolle, reguliert die Temperatur und bleibt angenehm auf der Haut. Baumwolle allein hält Feuchtigkeit fest und kühlt rasch aus, sobald man schwitzt. Feinere Mischungen aus Wolle und Seide eignen sich für Menschen, die dicke Kragen nicht mögen.

Für die äußere Schicht hält dicht gewebtes Nylon oder Polyester den Wind ab, und eine wasserabweisende Behandlung verhindert, dass Regen durch die Nähte eindringt. Was man an Schutz gewinnt, verliert man bisweilen an Atmungsaktivität. Deshalb ist eine atmungsaktive Zwischenschicht, etwa Strick oder eine Weste, besser als ein dicker, undurchlässiger Pullover.

Winter Elegance Outside a Parisian Hotel 1

Wie pflegt man eine Daunenjacke, damit sie mehrere Winter hält?

Viele Männer trauen sich nicht, ihre Daunenjacke zu waschen. Das ist schade, denn Fett und Schweiß drücken die Füllung zusammen. Lesen Sie zuerst das Pflegeetikett. In der Regel reicht ein Schonwaschgang bei niedriger Temperatur mit einem milden Waschmittel ohne Weichspüler.

Der entscheidende Schritt ist das Trocknen. Es sollte bei niedriger Temperatur erfolgen, mit zwei oder drei sauberen Tennisbällen in der Trommel, die die Daunen auflockern und ihnen ihre Bauschkraft zurückgeben. Alternativ trocknet man die Jacke flach liegend und schüttelt sie regelmäßig auf. Am Saisonende hängt man sie auf einen breiten Bügel oder verstaut sie in einem atmungsaktiven Beutel, niemals zusammengedrückt unter einem Kleiderstapel. Denn eine monatelang zusammengedrückte Füllung verliert einen Teil ihres Volumens.

Was sollte man also vor dem Kauf bedenken?

Eine gute Daunenjacke erkennt man an drei Dingen: einem Schnitt, der zum Körperbau passt, einer Füllung, die auf das Klima abgestimmt ist, und einer Schlichtheit, mit der sie mehrere Saisons übersteht. Der Luxus hat gezeigt, dass funktionale Kleidung elegant sein kann. Jeder entscheidet selbst, wie weit er bei den Details gehen möchte, doch das Stück, das bleibt, ist dasjenige, das nicht um Aufmerksamkeit wirbt.

Cette publication est également disponible en : English (Englisch) Français (Französisch) Italiano (Italienisch) Español (Spanisch) العربية (Arabisch) 简体中文 (Vereinfachtes Chinesisch) 日本語 (Japanisch) Русский (Russisch) Ελληνικά (Griechisch)

LUXSURE LETTER

Le luxe, sélectionné plutôt que subi.

Recevez notre sélection éditoriale consacrée aux Maisons, aux idées et aux mutations qui façonnent le luxe contemporain.

RECEVOIR LUXSURE LETTER → DÉCOUVRIR LE MAGAZINE →

Related Articles