Mit der Kollektion DAŞ erkundet der aserbaidschanischstämmige Designer Galib Gassanoff Struktur und Konstruktion in einem weicheren, fließenderen Ansatz. Ihr Name, der auf Aserbaidschanisch „Stein“ bedeutet, verweist auf das zentrale Prinzip der Kollektion: Monumentalität mit Geschmeidigkeit und Bewegung zu verbinden. Das Bild der sowjetischen Frau, das der Designer mit einer gewissen mütterlichen Strenge verbindet, verwandelt sich hier in geschmeidigere Silhouetten mit fließenderen Linien.




Kulturelle Erinnerung verbindet sich mit traditionellem Handwerk und einer zeitgenössischen Interpretation der Form. Das Kəlağayı, ein aserbaidschanisches Seidentuch für Frauen im Format 150 mal 150 Zentimeter, wird zu einem der zentralen Elemente der Kollektion. Seine Herstellung, die auf handgefertigtem Druck und dem Einsatz natürlicher Farbstoffe beruht, wird von Generation zu Generation weitergegeben und steht auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes.
Gassanoff denkt auch traditionelle Kleidungskonstruktionen neu: Jacken werden zu drapierten Stücken, während Hosen durch flache, an Schürzen erinnernde Panels verlängert werden. Dekorative Steppnähte betonen unmittelbar die Schnittlinien auf der Oberfläche der Kleidungsstücke, während nackte Rücken zu einem grafischen Element werden, das Hautfragmente freigibt. Die skulpturalen Volumen vermitteln ein Gefühl von Schutz, ohne die Bewegung zu behindern, während die natürlichen Unvollkommenheiten der Materialien — Risse, rohe Oberflächen und unversäuberte Seidenkanten — zum festen Bestandteil der Ästhetik der Kollektion werden.



In DAŞ trifft die Schwere des Steins auf die Leichtigkeit der Seide, während die Starrheit der Konstruktion mit der Geschmeidigkeit des Stoffes in Dialog tritt. Die für das Werk des Designers charakteristische Monumentalität wird so nicht länger als erstarrte Form wahrgenommen: Die Silhouetten wirken in ständiger Bewegung und erinnern an einen Stein, der seinen Zustand zu ändern vermag, ohne sein Wesen zu verlieren.


Fotos: mit freundlicher Genehmigung der Marke
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